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Donnerstag, 30. September 2010, 13:28

Andreas Bentenrieder schwer erkrankt

Zitat

Andreas Bentenrieder liegt im Klinikum Großhadern im Koma. Während eines Besuches in einem Fitnessstudio vor drei Wochen platzte dem 44-jährigen Eishockeytrainer, der in der Saison 1996/97 den damaligen ERC Haßfurt betreute, ein Blutschwamm am Gehirnstamm. Es folgten fürchterliche Kopf- und Nackenschmerzen.
Nach einer Notarztuntersuchung vor Ort wurde Bentenrieder sofort in die Unfallklinik Murnau geflogen und dort notoperiert. Dabei setzten ihm die Ärzte eine Sonde ein, konnten die Blutung aber nicht stillen. Das Problem: Eine neurochirurgische Behandlung von außen war nicht möglich, stattdessen war ein tiefer Eingriff notwendig. Dieser konnte erst einen Tag später in Großhadern durchgeführt werden. Der Peitinger erlitt als Folge der Operation noch einen kleinen Schlaganfall, der als bereits zuvor angekündigte mögliche Nebenwirkung tatsächlich eintrat. „Welche Beeinträchtigungen mein Mann beibehält, ist völlig ungewiss“, erlärt seine Frau Veronika, die sich um den gemeinsam Sohn Marijan (5) sowie Cindy (16) und Nico (19) momentan alleine kümmert. Momentan werde der inzwischen dritte Anlauf unternommen, Andreas Bentrenrieder aus dem Koma zu wecken. „Ich bin positiver Dinge, dass dies bis Ende der Woche gelingt.“
Doch die Probleme der Bentenrieders hören mit dem Schicksalsschlag nicht auf. Im Gegenteil: Die finanzielle Situation der Familie spitzt sich mehr und mehr zu. Nachdem ihm sein letzter Verein EV Bozen 84 (A2-Serie in Italien) trotz Meistertitels in seinem ersten Jahr aus finanziellen Gründen kündigte, stand Trainer Andreas Bentenrieder zum 30. Juni ohne Arbeit da. „Der Zug für eine Anstellung zur neuen Saison war natürlich erst einmal abgefahren“. Die Hoffnung der Familie ruhte auf ein mögliches Engagement bei einem Verein um die Weihnachtszeit, sodass der 44-jährige zuletzt den EV Landsberg im Trainingslager sowie sporadisch im Nachwuchsbereich unterstützt hat.
Weil sein ehemaliger italienischer Arbeitgeber in Bozen scheinbar Probleme mit Formularen für sogenannten „EU-Angelegenheiten“ hat, bekommt Bentenrieder seit Ende Juni kein Arbeitslosengeld. Und keine Arbeitslosenunterstützung bedeutet auch kein Krankengeld. Dabei könnte eine eventuelle Genesung mit den notwendigen Behandlungen viele Monate dauern. Ein drittes Problem ist die Bürokratie. „Ich darf für meinen Mann keine Unterschriften leisten. Es wird aber auf die Originalunterschrift bestanden, wenn Anträge wie der auf Kindergartenzuschuss oder Wohnungsgeld bearbeitet werden sollen“, weist Ehefrau Veronika auf die zahlreichen Hürden und die zugleich immer schwerer werdende Situation hin. Und auf Vorschuss braucht sie nicht zu hoffen, solange das Problem mit dem Arbeitslosengeld nicht geklärt ist. „Unser Erspartes ist mittlerweile aufgebraucht“, sagt die 44-jährige Mutter, für die jetzt auch die anstehende Bezahlung der Miete einen wahren Kraftakt bedeutet. „Ich versuche jetzt mit Hängen und Würgen, Geld zusammenzukratzen.“
Die 1. Vorsitzende des ESC Haßfurt, Kerstin Gollbach, pflegt seit vielen Jahren gute Kontakte zu Andreas Bentenrieder. Dementsprechend entsetzt war sie nach dem Erhalt der traurigen Nachricht. Nach vielen Telefonaten mit anderen Vereinen, bei denen der 43-Jährige bereits als Trainer verschiedener (Junioren)mannschaften unter Vertrag stand (Waldkraiburg, Bayreuth, Nürnberg, Frankfurt, Landsberg, Rostock, Schönheide und Hügelsheim), soll demnächst eine Spendenaktion ins Leben gerufen werden, um Bentenrieder und seiner Familie finanziell unter die Arme zu greifen. Momentan werden dazu allerdings noch rechtliche Fragen geklärt, was laut Gollbach „gar nicht so einfach“ ist. Gespräche mit Finanzamtsbehörden laufen.


Quelle: www.hassfurt-hawks.de
http://www.hassfurt-hawks.de/cms/front_c…at=11&idart=393